Freitag, 13. November 2020

Trauer und Fußball #Nullnummer

Fanzine Trauer und Fußball #Nullnummer, Herbst 2020, 64 Seiten

Trauerminuten, Spieler mit Trauerflor, den Verstorbenen gewidmete Choreographien, leer bleibende Sitze oder vereinseigene Gedenkstätten. Trauer ist besonders im Fußball oft sichtbar. "Viele Fußballfans berichten auch immer wieder davon, dass Fußball sie in ganz unterschiedlicher Form in Trauerzeiten unterstützt hat und eine wichtige Ressource und Kraftquelle war und auch oft noch ist." Im Vorwort des Fanzines Trauer und Fußball ist weiter zu lesen, dass durch individuelle Trauererfahrungen neue Initiativen entstehen, die das Thema Fußball und Trauer miteinander verbinden. "Persönliche Betroffenheit" sei auch der Antrieb zur Initiierung dieses Fanzineprojektes gewesen. "Das Projekt möchte deutlich machen, wie vielfältig, bunt und kreativ die Fußball-Fankultur beim Umgang mit Themen wie Tod und Trauer ist." 

Im Heft finden sich einige Initiativen, die bei Vereinen und durch Fans aufgrund diverser Trauerfälle ins Leben gerufen wurden. Unter anderem Texte zu Aktivitäten beim Frauenfußballverein Turbine Potsdam, Einblicke in das Fanprojekt von Waldhof Mannheim, oder Depressionshilfe im Umfeld vom FC St. Pauli. Es werden aber auch andere, vereinsneutrale, Projekte beschreiben. So widmet sich zum Beispiel der Ballesterer seit Ausgabe #144 mit der Rubrik "Unsterblich" dem Thema. "Dabei soll nicht die Trauer im Mittelpunkt stehen, sondern die Würdigung der sportlichen Leistungen. Der Tod des Fußballers ist nur der Anlass, aber im Mittelpunkt steht dessen Karriere." 
Weiters kommen gegen Ende des Hefts diverse Groundhopper und Fanzinschreiber zu Wort und beantworten die Frage, welchen Ground sie unbedingt (nochmal) sehen wollen, bevor sie sterben.

Das Heft ist spezifisch. Dem Thema muss man sich öffnen wollen. Es ist vor allem aber befriedigend, dass man mit persönlichen Trauersituationen nicht alleine dasteht und es Alternativen sowie Menschen gibt, die sich der Herausforderungen annahmen.
Eine Vielzahl an Querverweisen zu den Initiativen sowie Verweise zu Social Media Kanälen der Personen, die Inhalte zum Heft beigetragen haben, werten das Fanzine auf. Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die Homepage Trauer und Fußball.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen